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Zurück im Labyrinth

Donnerstag, 22. April 2010

“Relaunch vom Vertigo-Blog!”, kündigen die alten Kollegen an. Ob ich da auch mal wieder was beisteuern wolle… Na, heißa. Das ist in etwa so, wie bei Lothar Matthäus anzufragen, ob er eventuell interessiert sei, die Mannschaft in Südafrika zu unterstützen: Der Angesprochene kann sich das Jubilieren kaum verkneifen, die Umherstehenden erstarren in Fassungslosigkeit. Meine gefühlte Abschlussnote in Sachen Web 2.0 war schließlich allenfalls eine aufgerundete 1.7 – und das war vor zwei Jahren.

Aber der reLog-In fällt denkbar leicht, war doch Madsens “Frieden im Krieg” das letzte Album, das ich mir beim Abschied vom Vertigo-Nest unter den Nagel gerissen habe. Nun also “Labyrinth”. Und das Ergebnis: Ich bleibe ein Jünger von Sebastian Madsens Schrei-Timbre. Oder sollte man sagen: Inbrünstiges Raunen? Drolliges Grollen? Ächzendes Schmettern? Ebenjenes markant gepresste, zuweilen markerschütternde Durchzwängen von Tönen, die zu diesem Zwecke ein 85 Kilogramm-Rolltor hochzustemmen scheinen.

VertigoBlogWillkommensPaket

Mein VertigoBlogWillkommensPaket: Haptisch wertvolle und erdbeerig zulächelnde Doppelvinyl "Labyrinth"-Ausgabe incl. Album-Downloadgutschein für die pragmatischen Stunden.

“Ja, nu …,” mögen da die notorisch Spaßbremsenden nölen, “das haben wir ja nun auch schon ein paar Mal gehört!” Stimmt. Man kann andererseits natürlich auch in wenigen Wochen die Stände der Obstbauern abschreiten und autistisch vor sich her murmeln: “Erdbeeren?! Denen fällt wohl auch nix Neues ein!”

Dinge, die so wohlplatziert einen Genussbereich abdecken, müssen nicht hinterfragt werden. Und weil sich der Gesang so wunderbar als Anker für die Identifikation von Madsen-Songs ausmacht, klingt “Labyrinth” viel weniger unvertraut als man beim ersten Durchlauf noch dachte. Da narren uns die Jungs gleich zu Beginn mit Queen-Zitaten, laden Rolling Stones-Chöre ein, um die U2-Anmutung von “Zwischen den Zeiten” zu queren und preschen mit Trail of Deads “Baudelaire”-Gitarrenriffs durch die selbstgesetzte “Blockade”. In der Summe ergibt es vor allem Madsen.

Alles Neue landet beim Alten. Passt andersherum formuliert auch wieder zum Anfang dieses Beitrags. Den Song “Schön, dass du wieder da bist” wollen wir dennoch ausdrücklich nicht Lothar Matthäus gewidmet wissen.

Belassen wir es bei einer Kuranyi-Option.