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Zurück im Labyrinth

“Relaunch vom Vertigo-Blog!”, kündigen die alten Kollegen an. Ob ich da auch mal wieder was beisteuern wolle… Na, heißa. Das ist in etwa so, wie bei Lothar Matthäus anzufragen, ob er eventuell interessiert sei, die Mannschaft in Südafrika zu unterstützen: Der Angesprochene kann sich das Jubilieren kaum verkneifen, die Umherstehenden erstarren in Fassungslosigkeit. Meine gefühlte Abschlussnote in Sachen Web 2.0 war schließlich allenfalls eine aufgerundete 1.7 – und das war vor zwei Jahren.

Aber der reLog-In fällt denkbar leicht, war doch Madsens “Frieden im Krieg” das letzte Album, das ich mir beim Abschied vom Vertigo-Nest unter den Nagel gerissen habe. Nun also “Labyrinth”. Und das Ergebnis: Ich bleibe ein Jünger von Sebastian Madsens Schrei-Timbre. Oder sollte man sagen: Inbrünstiges Raunen? Drolliges Grollen? Ächzendes Schmettern? Ebenjenes markant gepresste, zuweilen markerschütternde Durchzwängen von Tönen, die zu diesem Zwecke ein 85 Kilogramm-Rolltor hochzustemmen scheinen.

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“Ja, nu …,” mögen da die notorisch Spaßbremsenden nölen, “das haben wir ja nun auch schon ein paar Mal gehört!” Stimmt. Man kann andererseits natürlich auch in wenigen Wochen die Stände der Obstbauern abschreiten und autistisch vor sich her murmeln: “Erdbeeren?! Denen fällt wohl auch nix Neues ein!”

Dinge, die so wohlplatziert einen Genussbereich abdecken, müssen nicht hinterfragt werden. Und weil sich der Gesang so wunderbar als Anker für die Identifikation von Madsen-Songs ausmacht, klingt “Labyrinth” viel weniger unvertraut als man beim ersten Durchlauf noch dachte. Da narren uns die Jungs gleich zu Beginn mit Queen-Zitaten, laden Rolling Stones-Chöre ein, um die U2-Anmutung von “Zwischen den Zeiten” zu queren und preschen mit Trail of Deads “Baudelaire”-Gitarrenriffs durch die selbstgesetzte “Blockade”. In der Summe ergibt es vor allem Madsen.

Alles Neue landet beim Alten. Passt andersherum formuliert auch wieder zum Anfang dieses Beitrags. Den Song “Schön, dass du wieder da bist” wollen wir dennoch ausdrücklich nicht Lothar Matthäus gewidmet wissen.

Belassen wir es bei einer Kuranyi-Option.

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Dieser Beitrag wurde vor am Donnerstag, 22. April 2010 um 08:52 Uhr veröffentlicht und unter Neue Musik und Bands | wong it! gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen.

4 Kommentare zu „Zurück im Labyrinth“

  1. [...] mit DVD, die limitierte Digipack-CD oder doch die Doppel-LP kaufen möchtest. Von letzterer ist im Vertigo-Blog ein schickes Bild aufgetaucht: geschrieben in Tonträger von Martin um 20:10 – Zum Kommentarfeld [...]

  2. Schelling sagt:

    Sehr geehrter Frank Klötgen.

    Das neue Madsen-Album ist also ein willkommenes Beispiel für eine konservative Bauernregel wie “Alles Neue landet beim Alten”. Okay, komische Aussage, aber an dieser Stelle ist das ja völlig in Ordung. Madsen bleibt Madsen also, auch nach musikalischen Ausflügen in bisher unbetretenes Terrain. Von Stipvisiten zu Queen, Rolling Stones, U2 und You Will Know Us By The Trail Of Dead lese ich. Aha. Eine Frage hierzu: Fühlten Sie sich hie und da auch an Die Toten Hosen erinnert? Beide Bands absolvierten übrigens viele gemeinsame Konzerte im vergangenen Jahr. Und weiter noch: Wenn ja, wie empfanden Sie diese Piekser in Ihrem musikalischen Gedächtnis, verehrter Autor? “Schön, dass du wieder da bist” möchten Sie auf Kuranyi, weniger auf den Lodda bezogen wissen. Total einverstanden (http://www.youtube.com/watch?v=CBAGuiLcA4E). Aber kehren wir mit einer letzten Frage zurück vom Fußball zur Musik: Welche optionale Besetzung sähen Sie hier neben Campino?

    Hochachtungsvoll, Schelling

  3. Frank sagt:

    Verehrter Herr Schelling (die Geister, die man halt so ruft…),
    das Problem sollte sich quasimathematisch lösen lassen:

    Lothar Matthäus verhält sich zu Campino
    genauso wie Kevin Kuranyi zu
    a) Bushido
    b) Sebastian Madsen
    c) Peter Fox
    d) ….

    Leider nicht ganz meine Disziplin, die Mathematik. Rechne mit Ihrer Hilfe,

    gewogene Grüße

  4. Vertigo-Blöck! sagt:

    Kuranyi? Na dann ist d) ja wohl Merowin Froehlich!

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